DAS CAMP IST VOLL. ANMELDUNGEN AB JETZT NUR NOCH FÜR DIE WARTELISTE MÖGLICH.
Teaser and information in English here.
Sonne, Sommer, Theorie! Zu entspannten Uhrzeiten werden zweimal täglich mehrere parallele Workshops angeboten; in der Pause gibt es Zeit, die sich divers nutzen lässt: feiern, faulenzen, spielen, schlafen und viele neue Leute kennenlernen.
Das Camp lohnt sich erstens für Leute, die aktuelle politische Entwicklungen vertiefend diskutieren wollen, z.B.: Aufrüstung in Deutschland, Trumps Innenpolitik, Trumps Außenpolitik und die Auflösung der alten Weltordnung, Kritik der AfD, Sozialstaatsreformen.
Zweitens lohnt sich das Camp für diejenigen, die einen Einstieg in linksradikale Theorie bekommen wollen: z.B. Kapitalismuskritik, Staatstheorie, Imperialismustheorie, Universität und Wissenschaft im Kapitalismus, Ökonomie des Wohnungsmarktes.
Drittens gibt es eine Reihe weiterer Themen, für die man sich vielleicht schon immer mal interessiert hat: z.B. Liebe und Beziehung oder Punk und Gesellschaftskritik.
Viertens werden auch einige Workshops englischsprachig angeboten, und man hat Gelegenheit, einige Themen mit Leuten z.B. aus Großbritannien zu diskutieren. Wenn ihr also Leute kennt, die Deutsch nicht gut oder gar nicht können, dafür aber mit Englisch einigermaßen zurechtkommen, dann macht da Werbung für das Camp. Alle Infos zum Camp auf Englisch gibt es hier.
Schaut gerne regelmäßig auf unserer Website nach, hier werden wir hinzukommende Workshops ankündigen.
Organisatorisches
Das Camp findet vom 22. Juli bis 26. Juli 2026 in der weiteren Umgebung Hamburgs statt und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Hamburg in ca. 2 Stunden gut zu erreichen. Übernachten kann man in Mehr-Bettzimmern oder selbst mitgebrachten Zelten. Wir können ab jetzt (31.05.2026) aber nur noch Anmeldungen für Zeltübernachtungen oder Übernachtungen in selbstmitgebrachten Autos/Bullis annehmen – Bettplätze gibt es nicht mehr. Der Spaß kostet 20-30€ pro Nacht, d.h. nach Selbsteinschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten. Camp-Reader sowie tägliche Vollverpflegung sind im Teilnahmebeitrag enthalten. Auf dem Camp gibt es organisierte Selbstverpflegung: alle helfen mal kochen, abwaschen, aufräumen – aber gegessen wird täglich (immer auch vegetarisch und vegan). Wer wegen der Höhe des Teilnahmebeitrags überlegt nicht zu kommen, melde sich bitte bei uns, dann suchen wir zusammen nach einer Lösung.
Vorhanden sind Tagungsräume, WLAN, Tischtennisplatte, Billard-Tisch, Sauna (kostet extra) und draußen Platz für Ballspiele. Die Anlage ist bedingt barrierefrei (ungefähr so: die wichtigsten Räume sind berollbar, manche Rampen aber etwas steil), zwei Zimmer sind ganz barrierefrei mit eigenem Bad. Die Küche und die Tagungsräume liegen im Erdgeschoss. Das heißt: Wir geben uns Mühe, die verbleibenden Barrieren vor Ort zu minimieren – wenn Du im Rolli anreist bzw. andere Mobilitätseinschränkungen hast, meld Dich gerne, damit wir die Details vorab besprechen können. Wir bemühen uns, auch auf andere Bedürfnisse einzugehen, soweit wir das kapazitätsmäßig schaffen. Auch wenn Du mit Kindern kommen möchtest, melde Dich bitte auch bei uns. Wir bemühen uns um Kinderbetreuung parallel zu den Workshops.
Für das Kochteam wäre es wichtig, dass Du uns eventuelle Allergien oder Unverträglichkeiten schon bei der Anmeldung mitteilst. Bezüglich schwerwiegender Allergien, bei denen selbst Spuren im Essen ausschlaggebend sind, kann es sein, dass eine Versorgung durch das Kochteam nicht zu gewährleisten ist. Es gibt noch eine separate, kleine, aber gut ausgestattete Küche für Fälle von (partieller) Selbstversorgung. Auf spezielle Trendernährung, Diäten usw. können wir nicht eingehen. Das warme Abendessen ist vegan und abwechslungsreich. Hunde sind erlaubt, kosten allerdings 50€ pro Hund für den gesamten Aufenthalt (lt. Preisliste des Hauses). Auf dem Camp-Gelände müssen die Hunde angeleint werden.
Workshops
Im Folgenden einige Workshops mit Teasern. Schau ab jetzt hier öfter vorbei, die Workshop-Liste wird laufend aktualisiert.
Einführung in die Kapitalismuskritik
Trotz modernster Anbaumethoden verhungern auch im Jahr 2025 weltweit täglich tausende Menschen; in Deutschland sind Millionen Menschen auf die Ausgabe abgelaufener Lebensmittel durch Tafeln angewiesen, Tendenz steigend. Vom Burnout bis zur kaputten Wirbelsäule – psychische und körperliche Erkrankungen sind auch in einer hoch-technisierten Arbeitswelt an der Tagesordnung – während in vielen Ländern der sogenannten Dritten Welt öfters ganze Minen oder Fabrikhallen über den Köpfen der darin Arbeitenden zusammenkrachen.
Die beschriebenen Zustände gibt es wegen der Zwecke und Prinzipien der herrschenden Wirtschaftsform, dem Kapitalismus. Armut und ein ruinöses Arbeitsleben haben System, sie sind notwendiges Ergebnis eines funktionierenden Kapitalismus – das hat Karl Marx vor 150 Jahren ganz richtig herausgearbeitet. Die zentralen Bausteine des Kapitalismus – Privateigentum, Geld, Kapital und Lohnarbeit – sollen daher kritisch unter die Lupe genommen und über die Kritik daran diskutiert werden.
Universität und Wissenschaft im Kapitalismus
Universitäre Wissenschaft schmückt sich gerne damit, „der Menschheit“ zu dienen – auch einige Studierende beziehen sich gerne auf einen solchen vermeintlich „emanzipatorischen“ Charakter ihrer Wirkungsstätte.
Der Workshop möchte einen Kontrapunkt setzen: Mit einem Schwerpunkt auf die Natur- und Ingenieurswissenschaften soll aufgezeigt werden, inwiefern Universitäten nicht abstrakt der Menschheit, sondern recht konkret dem Kapital dienen – und wieso sie das paradoxerweise gerade dadurch tun, dass sie dem unmittelbaren Profitstreben entzogen sind. Unter Rückgriff auf Karl Marx' "Kapital" wird dargestellt, welche Rolle Wissenschaft im Kapitalismus spielt, um dann darauf einzugehen, wie das Verhältnis von Staat, Kapital und Universität beschaffen ist.
Deutschland rüstet auf - neue Maßstäbe, neuer Wahnsinn
Deutschland war schon immer tüchtig an etlichen Kriegen in der Welt beteiligt. Wenn jetzt die maßgeblichen Parteien beschließen, dass Deutschland kriegstüchtig werden muss, dann legen sie neue Maßstäbe an und sorgen für eine massive Aufrüstungsinitiative. In dem Workshop soll die aktuelle Entwicklung der Aufrüstung in Deutschland Thema sein, ihr besonderer Anlass dafür im Krieg in der Ukraine und der neuen Stellung der USA dazu, sowie der allgemeine Zusammenhang von Kapitalismus und Krieg.
Denn auch du hast deine Fehler – Falsche Gesellschaftskritik im Punkrock
Punkbands haben meistens einiges an der herrschenden Ordnung auszusetzen, oft aber das Falsche.
Bei diesem Workshop wollen wir uns ein paar Zitate aus Liedern verschiedener Punkbands vornehmen und unsere Kritik daran vorstellen. Wir wollen uns dabei viel Zeit nehmen, um mit euch zu diskutieren, was die Textpassagen jeweils Richtiges bzw. Falsches über die Gesellschaft aussagen und ob unsere Kritik treffend ist.
Anarchistische Demokratiekritik am Beispiel Horst Stowasser
Anhand des Kapitels „Kritik an der Demokratie“ des Buchs „Freiheit Pur“, geschrieben vom deutschen Anarchisten Horst Stowasser, wollen wir uns gemeinsam ansehen, was in dieser Form anarchistischer Kritik an der Demokratie drinsteckt. Wir diskutieren gemeinsam ausgesuchte Passagen und wollen anhand dieser verbreiter Vorstellungen von Demokratie (seitens Anarchist*innen und mehr) kritisieren.
Diamat und Histomat - Die Grundlagen der Staatsphilosophie in der DDR
Mit dem „Dialektischen und Historischen Materialismus“ formulierten die Staaten des Realsozialismus verbindliche Grundlagen der Gesellschaftswissenschaften aus, die sie als die Lehre von Marx, Engels und Lenin betrachteten. Auch wenn diese Art des ML (Marxismus-Leninismus), die einst auch im Westen durchaus Anhänger hatte, heute so nicht mehr als System existiert, lohnt es sich, die grundlegenden Gedanken einzeln anzusehen. Denn viele der einzelnen Gedanken sind auch heute verbreitet - nicht nur in der Linken.
Der Workshop verläuft entlang von Zitaten aus verschiedenen Schriften, die in der DDR erschienen sind. Wir werden aber keine „Klassiker“ lesen und uns auch nicht der Frage widmen, ob Marx, Engels, Lenin vom ML richtig wiedergegeben wurden. Stattdessen es geht um den Nachvollzug des fertigen philosphischen Gebäudes, das in einem Drittel der Welt in dieser oder ähnlicher Form staatlich propagiert wurde.
The new and not so new world order
„The United States will once again consider itself a growing nation — one that increases our wealth, expands our territory, builds our cities, raises our expectations, and carries our flag into new and beautiful horizons.“ said US President Donald Trump in his Inaugural Address on 20 January 2025. With these words, he declared an end to a central pillar of the American world order. This world order prevailed over half of the world since the end of the Second World War and has prevailed essentially across the entire globe since the 1990s. This declaration by Donald Trump upends the competing calculations of capitalist states worldwide, which now contemplate the odds of war, not only with the US but also with each other. In this three part workshop we want to discuss the new positioning of the US (in its National Security Strategy); how a middle power like the UK positions itself in this new reality (also in its National Security) and the terrain on which competing powers now confront each other.
Freiheit, Gleicheit und Eigentum – Die Grundprinzipien des bürgerlichen Staates
„Mit den im Grundgesetz garantierten Rechten Freiheit, Gleichheit und Privateigentum schafft der bürgerliche Staat die Grundlage für das kapitalistische Wirtschaften. In unserer Gesellschaft sind Freiheit und Gleichheit omnipräsent und werden als sehr wichtige Errungenschaften hochgehalten. Der Staat stellt diese Prinzipien, vor allem in Abgrenzung zu autoritären Regimen, ständig heraus und Deutschland wird aktuell wehrfähig gemacht, um „unsere Freiheit“ zu verteidigen. Deswegen wollen wir in dem Workshop die einzelnen Rechte genauer analysieren und uns erarbeiten, was der Staat einem da für Rechte und Pflichten auferlegt und wie diese mit der ökonomischen Konkurrenz zusammenhängen. Wir wollen zeigen dass Freiheit und staatliche Herrschaft keine Gegensätze sind, sondern im Gegenteil die bürgerliche Freiheit eine staatliche Herrschaft benötigt, warum die kapitalistische Produktionsweise notwendig ein garantiertes Privateigentum braucht und welche Härten für die Bürger*innen durch Eigentum, Freiheit und Gleichbehandlung vor dem Gesetz entstehen.
Staat. Gesellschaft. Volk. Was ist das eigentlich (nicht)?
„Rudolf Rocker ist bis heute einer der bekanntesten Anarchisten im deutschsprachigen Raum und wesentlicher Vordenker des Anarchosyndikalismus. In seinem Kapitel „Demokratie und der nationale Staat“ aus dem Buch „Nationalismus und Kultur“ versucht er zu klären, was es mit Staat, Gesellschaft und Volk auf sich hat. Ob ihm das gelungen ist und was das eigentlich mit einer vermeintlichen Natur des Menschen zu tun hat, wollen wir gemeinsam im Workshop diskutieren.
Vergangenheitsbewältigung und Nationalismus
„Mit ihrer Haltung zum Nationalsozialismus und zur bundesdeutschen Erinnerungskultur löst die AfD regelmäßig einen Aufschrei der Empörung aus. Mit der Forderung nach einer erinnerungspolitischen Wende um 180 Grad und der Bezeichnung des Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte, kündigt die AfD den bei den etablierten Parteien geltenden Erinnerungskonsens auf. Dies zum Anlass genommen, möchte der Workshop nachzeichnen, wie die Geschichtspolitik in Deutschland sich nach 1945 gewandelt hat, bis sich letztlich zwei prägende Haltungen herauskristallisierten: Das staatsoffizielle Gedenken, das nur zu gerne "Verantwortung" für den Nationalsozialismus übernimmt und der Wunsch nach einem „Schlussstrich“, wie von der AfD gefordert. Es soll die Frage beantwortet werden, wo diese Haltungen herrühren, wieso man beide Haltungen gleichermaßen kritisieren sollte und wie man das am sinnvollsten tut.
Marx (& Engels) zum bürgerlichen Staat
„Eine ausformulierte Staatstheorie von Karl Marx ist nicht überliefert. Analog zu „Das Kapital“ hatte er sich in den 1850er Jahren vorgenommen auch ein Buch über den Staat zu verfassen – kam aber Zeit seines Lebens nicht mal mehr dazu, damit anzufangen. Fragmentarisch finden sich jedoch, verstreut übers gesamten Marx’sche Werk (und bei Friedrich Engels) sehr wohl ein paar Überlegungen zum Verhältnis von kapitalistischer Ökonomie und bürgerlichem Staat. Viele davon lohnt es sich zur Kenntnis zu nehmen; manche wiederum führen eher in die Irre. Der Workshop konzentriert sich auf folgende Aspekte: Citoyen/Bourgeois - Ideeller Gesamtkapitalist – Sozialstaat.
In Minneapolis und anderswo: Trumps Programm zur Wiederherstellung des amerikanischen Volkskörpers
„Maskierte Männer auf offener Straße verhafteten amerikanische Staatsbürger:innen und ein Einsatzleiter präsentiert sich vor den Kameras im Stil eines Wehrmachts-Offiziers. Diese Bilder stehen für die linke und liberale Öffentlichkeit in den USA sinnbildlich für den Machtmissbrauch der Behörden unter der Trump-Administration.
So widerlich die Bilder der ICE-Einsätze auch anzusehen sind, halten wir uns an dem Vorwurf des Machtmissbrauchs zunächst nicht weiter auf, sondern fragen grundsätzlicher: Was ist da eigentlich los? Darunter fallen Fragen wie: Wofür steht die 'migrant invasion' in Trumps politischen Programm? Welche Maßnahmen bringt er in Anschlag, um das amerikanische Volk von dieser 'Invasion' zu befreien? Was machen Trump und ICE aus Sicht der Kritiker:innen eigentlich falsch in der Migrationspolitik?
Zur Beantwortung dieser Fragen lesen und diskutieren wir gemeinsam Auszüge aus Presseartikeln, Trump-Reden, Verordnungen und anderer Dokumente, die uns Aufschluss geben können.
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